In Sachsen-Anhalt droht einerseits den Grünen das Ausscheiden aus dem Landtag und
andererseits eine starke AFD, die möglichweise in Sachsen-Anhalt auch alleine regiert.
Deshalb sollte unser Wahlkampf stärker an den konkreten Sorgen der Bürgerinnen und
Bürger ansetzen, wie sie sich auch in aktuellen Umfragen zu Landtagswahlen zeigen
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-08-LT-DE-BW/umfrage-
wahlentscheidend.shtml
und
https://www.tagesschau.de/wahl/archiv/2026-03-22-LT-DE-RP/umfrage-
wahlentscheidend.shtml
Viele Menschen fürchten, ihren Lebensstandard nicht halten zu können. Zugleich
wächst die Sorge, dass internationale Krisen – etwa der Krieg im Nahen Osten – über
steigende Energiepreise und wirtschaftliche Unsicherheit auch den Wohlstand
hierzulande gefährden. Diesen Ängsten müssen wir mit konkreten, spürbaren
Entlastungen begegnen.
Ein zentrales Angebot könnte die Förderung von Bürgerstromtarifen sein: Sie verbinden
den Ausbau erneuerbarer Energien in Sachsen-Anhalt mit einer unmittelbaren
Entlastung der Bevölkerung und verringern die Abhängigkeit von fossilen Energien. So
lassen sich ökologische Notwendigkeit und soziale Gerechtigkeit glaubwürdig
zusammenbringen. Nach Angaben von WestfalenWind (eigene Anfrage) können
Bürgerinnen und Bürger bereits heute durch entsprechende Modelle bis zu 8 ct/kWh
gegenüber Standardtarifen sparen. Gleichzeitig stärkt dies den Ausbau eines grünen
Strommixes, der für eine zukunftsfähige Wirtschaft in Sachsen-Anhalt entscheidend ist.
Dieses Thema sollte aus meiner Sicht auch zu einem zentralen Wahlkampfthema werden –
sichtbar auf Plakaten. Umwelt- und Klimaschutz bleibt für die Zukunft unseres
Planeten entscheidend; für viele Wählerinnen und Wähler ist er jedoch angesichts
multipler Krisen nicht mehr allein wahlentscheidend (Rheinland-Pfalz: 9 %, Baden-
Württemberg: 16 %, jeweils mit sinkender Tendenz siehe Links). Umso wichtiger ist es, ökologische
Politik konsequent mit sozialer Entlastung zu verbinden.
Gerade im ländlichen Raum ist die Angst vor sozialem Abstieg verbreitet; sie spielt auch
bei AfD-Wählern eine große Rolle. Diese Menschen müssen wir notwendigerweise
wieder erreichen – nicht nur aus parteipolitischem Eigeninteresse, sondern für den
gesellschaftlichen Zusammenhalt und das Funktionieren der Demokratie in Sachsen-
Anhalt. Zugleich sprechen Bürgerstromtarife auch unsere Stammwählerschaft und viele
Unentschlossene an.
Die Förderung von Balkonkraftwerken ist sinnvoll, aber nicht für alle realistisch: Viele
Menschen mit geringem Einkommen können oder wollen die Investition nicht tragen,
und für Mieterinnen und Mieter sind die Rahmenbedingungen oft kompliziert. Deshalb
sollten Menschen an der Energiewende auch ohne eigenes Zutun direkt beteiligt
werden. Das kann zudem die Akzeptanz kommunaler Windkraftprojekte erhöhen, die
zunehmend auf Widerstand stoßen.
Kommentare
Jens Kiebjieß:
Maximilian Bethge:
Da hast du natürlich Recht. Sinn von mir war es hier, die Möglichkeit einer Förderung mit abzudecken. Ich kann den Antrag aber gerne nochmal umformulieren. Was würdest du vorschlagen?
LG